Dienstag, 11. Mai 2010

Day 12 – Wadi Rum

Aufgaben:
- Abgabe Roadbook
- Abgabe Allgäuer Bier, Wein und Wasser
- Abgabe Pferdefutter für die königl. Olympiapferde
- Geschicklichkeitsprüfung und Wüstenrennen


Heute war tatsächlich der letzte Rallyetag. Bei der Kamelrennbahn hat Andreas erfolgreich die Geschicklichkeitsprüfung absolviert und danach ging es mit den beiden verblieben Autos ins Wüstenrennen…ein cooles Erlebnis, dass unsere Fahrer Stefan G. und Andreas super gemeistert haben!

Anschließend haben wir – schweren Herzens- unser liebevoll gestaltetes Roadbook und die Mitbringsel abgegeben. Das war's  EIGENTLICH…

Aber natürlich nicht für uns: wir wollten standesgemäß ein ordentliches Abschlussfoto vor der spektakulären Kulisse des Wadi Rums schießen. Fotos super, aber kaputte Frontscheibe: 1!

In der Glückseligkeit des Moments hat Guillaume leichtfüßig versucht über die Frontscheibe vom Autodach zu steigen….Gut, dass wir viel Klebefolie und Gaffa-Tape hatten und das ganze provisorisch reparieren konnten.

Aber auf dem Foto sieht noch alles super aus ;-)…


Jetzt fängt für uns der Urlaub an: als nächstes stehen zwei Tage Erholung pur am Roten Meer in Aqaba an, danach werden wir Petra besichtigen um abschließend im Toten Meer zu liegen…

Wir sehen uns nächste Woche!!!!

Montag, 10. Mai 2010

Day 11 –Damaskus – Wadi Rum (Jordanien)

Das Wichtigste in Kürze:
Autobesetzung:
Rot: Gebhard/Jakob
Weiss: Maguin/Hierl
Blau: Kindler/Vargas

Km gefahren: 550 km
Von: 07:15– 21:00
Durschnittsgeschwindigkeit: 42 km/h
Bakschisch: 0

Team Chill Faktor: mittelmäßig (da nervenzehrende Etappe)

Heute stand mal wieder ein Grenzübertritt auf dem Programm, nach den Erfahrungen der syrischen Grenze waren wir auf alles gefasst.

Problemlos konnten wir Damaskus durchfahren und sind um 9 an der syrisch-jordanischen Grenze angekommen. Glücklicherweise war die Ausreise aus Syrien ziemlich einfach und auch die Einreise nach Jordanien ging relativ schnell, da alles vororganisiert war.

Es ist schon beeindrucken, in einem Land als Gast des lokalen Königshauses zu sein. Wir fanden es auch sehr praktisch, dass die Polizei anscheinend gut informiert war und vorsorglich an jeder Kreuzung dafür gesorgt hat, dass man auch ja den richtigen Weg nimmt ;-)

Es ging in Jordanien nicht wie vermutet auf dem direkten Weg über Amman ins Wadi Rum, sondern laut Routenvorgabe der Rallyeleitung über die Wüstenstrasse entlang der saudischen Grenze. Die Landschaft war schon faszinierend, aber wirklich anstrengend, da sehr eintönig. Dazu kam ein ordentlicher Sandsturm, der uns ziemlich umgefegt hat und es fast unmöglich gemacht hat, beim Stoppen die Autotüren zu öffnen.

Leider mussten wir uns knapp 120km vor dem Ziel von unserem stärkstem Pferd im Stall trennen: das weiße Auto war wohl exakt auf die geplante Strecke kalibriert und hat aufgrund der kleinen Verfahrer einen Tick zu früh geschwächelt. Zum Glück waren wir schon in Jordanien und konnten das Auto bei einer örtlichen Polizeistation abgeben, die sich nun darum kümmert, dass das Auto zum Versteigerungsort gebracht wird. Somit hat das gute Stück seinen Bestimmungsort erreicht und seinen Zweck erfüllt.

Wir mussten entsprechend die 6 Leute und das ganze Gepäck auf zwei Autos verteilen und haben vollgepackt ein sehr lustiges Bild abgegeben.

Und noch mal Glück gehabt, was wir allerdings erst spät abends erfahren haben, hat uns diese „Abgabeaktion“ so viel Zeit gekostet, dass wir nicht mehr wie ursprünglich geplant die letzten Kilometer zum Zielort offroad in die Wüste gelotst wurden, sondern über die normale Strasse kamen: die Wüste hat viele Teams ein Auto und viel Schweiß und Nerven gekostet , da die Bedingungen auf Grund des Sandsturms ziemlich extrem waren.

Es war ein super Gefühl anzukommen, und wir haben den Abend bei shisha und leicht überteuertem Bier ausklingen lassen. Die Abschlussnacht haben wir zusammen in einem Beduinenzelt verbracht.

Sonntag, 9. Mai 2010

Day 10 –Damaskus

Das Wichtigste in Kürze:
- Autobesetzung: Autos hatten Pause
- Km gefahren: bisserl was, aber nur im Taxi

Team Chill Faktor: sensationell!!!!

Roadbook-Aufgaben:
- Wein und Essensrezept aus dem durchfahrenen Land
- Hamam-Besuch
- Fotos der Rallye-Kamera entwickeln lassen und Roadbook fertigstellen

Heute stand wieder einer der verdienten Ruhetage auf dem Programm (wobei sich „Ruhetag“ eigentlich nur auf das „Nicht-Autofahren“ bezieht, da wir natürlich einiges in der Stadt erledigen mussten). Trotzdem konnten wir endlich mal etwas länger schlafen und sind dann in die Stadt aufgebrochen: die beiden Mädels sind gleich ins Hamam, und haben es sich gut gehen lassen (war ja schließlich „Pflichtprogramm“). Anschließend haben wir einen Laden zum Entwickeln der Rallykamera gesucht (nicht so einfach!!) um dann kreativ unser Rallye-Roadbook zu gestalten.

Auch die Jungs haben es endlich mal in ein Hamam geschafft…aber ob sie das so schnell wiederholen werden ;-)?!?

Nachmittags haben wir uns wieder getroffen, gemeinsam die Gassen erkundet, die Omayad Moschee besichtigt und waren seeeehr lecker essen!

Es war wirklich ein sensationeller Abend und wir hatten ziemlich viel Spaß. Gerne wären wir noch länger geblieben, aber leider ging es am frühen Morgen schon weiter Richtung Jordanien.

Achja, besonders erwähnen wollen wir noch unsere spektakulären ´Taxi-fahrer: wir dachten schon wir sind durchgeknallt. Aber die haben wirklich alles getoppt…

Samstag, 8. Mai 2010

Day 9 – Palmyra – Damaskus

Das Wichtigste in Kürze:
Autobesetzung:
Rot: Vargas/Maguin
Weiss: Kindler/Gebhard
Blau: Hierl/Jakob

Km gefahren: 250 km
Von: 14:00 – 18:00
Durschnittsgeschwindigkeit: 63 km/h

Mit Vollgas überfahrene Bodenschwellen: 2 (Das Bodenwellen-ranking machen Andreas und Guillaume unter sich aus, Birgit führt konkurrenzlos bei roten Ampeln und Taxi-chrashen)
Bakschisch: 0

Team Chill Faktor: auf einer Skala von 0 bis 1001 waren wir bei 1001

Roadbook-Aufgaben:
- Wein und Essensrezept aus dem durchfahrenen Land
- Foto Palmengarten/Ruinen v. Palmyra

Morgens aufgewacht haben wir den sensationellen Ausblick über das Ruinenfeld und die Oase genossen und haben uns sehr über den Wind gefreut, da es schon zu früher Stunde ziemlich heiß war.

Zum Glück stand heute nach den wirklich anstrengenden Vortagen weniger auf dem Programm: wir mussten einen speziellen Aussichstturm in den Palmengärten finden und ein Foto der Ruinen schießen. Wir haben uns mal wieder erfolgreich durch die Stadt gefragt und sind anschließend durch das faszinierendes Ruinenfeld, mit Jahrtausende alter Geschichte gefahren. Bei Datteln und Tee mit den anderen Teams haben wir uns ausgetauscht und ein wenig gechillt.

Bevor es mittags in die „neue“ Stadt Palmyra ging, dort haben wir lecker gegessen, uns mit Wasser eingedeckt und festgestellt, dass blog schreiben in Syrien nicht möglich ist (zensur). Achja, beinahe wären wir nur noch zu 5 weitergefahren, da die Jungs Birgit schon für 20 Baby-Kamele eintauschen wollten (immerhin haben sie den Preis von 3 auf 20 hochgehandelt ;-)…)

Next Stopp auf der Cruiser-Route war die sagenumwobene Stadt Damaskus. Wir hatten mal wieder keine Karte und nur einen geringen Plan wo wir hin wollten, aber das hat super funktioniert und wir haben innerhalb kürzester Zeit den gewünschten Campingplatz gefunden.

Auf dem Weg nach Damaskus haben wir allerdings auch sehr ernüchternde Erlebnisse gehabt, da wir auch durch einige Industriestädte gefahren sind, die uns wie die Hölle auf Erden vor kamen: aschgrau, dreckig, staub, nur fette Trucks…

Auf dem Campingplatz angekommen haben wir uns - wie nicht anders zu erwarten- gleich in lustiger Gesellschaft mit anderen Rallye-teams und vielen italienischer Camper wiedergefunden.

Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut, und die DUSCHE genossen haben ….(nach x Tagen und staubigen Wüstenfahrten eine echte Wohltat ;-)) sind wir abends in die Altstadt von Damaskus gefahren: eine wirklich faszinierende Stadt mit entspannter Atmosphäre, es hat viel Spaß gemacht durch die Gassen zu schlendern und ein wenig „orient-feeling“ zu erleben. Auch hier wurden wir von den Syrern umsorgt, hilfsbereit wurden wir durch die Gegend geführt (auf wenn deren geplante Route eigentlich eine ganz andere war ;-)) und man hat viel Spaß mit den Leuten.

Abends haben wir leckere lokale Spezialitäten gesnacked und den Tag mit shisha gemütlich ausklingen lassen.

Zurück am Campingplatz wurde das gekühlte Bier vernichtet, dass Guillaume und Andreas aufgetrieben haben. Wir wollen hier noch mal besonders hervorheben, dass es in Syrien wirklich nicht einfach ist, dies zu bewerkstelligen und die beiden entsprechend den Laden gleich komplett leer gekauft haben..…die Nacht war dafür umso kürzer ;-)

THE RALLYE GOES ON !

Hallo zusammen,
nachdem wir die letzten tage die Türkei durchfahren haben und nun in Palmyra (sind), keine Zeit oder Möglichkeit hatten eine Nachricht zu hinterlassen, hier kurz die Facts:

- Türkei und Syrien sehr schön, sehr freundliche Leute, wunderbare Lanschaften, Grenzübergänge haben gut geklappt
- Heute geht es nach Damaskus und wir freuen uns schon auf das Chaos dort

Viele Grüße aus Palmyra wünscht das Cruiser Team

Freitag, 7. Mai 2010

Day 8 – Grenze Syrien – Salamiya – Palmyra

Das Wichtigste in Kürze:


Autobesetzung:
Rot: Kindler/Hierl
Weiss: Jakob/Vargas
Blau: Maguin/Gebhard

Km gefahren: 530 km
Von: 10.00 Uhr bis 22:30 Uhr

Durschnittsgeschwindigkeit: 42 km/h

Mit Vollgas überfahrene Bodenschwellen: 3 (kaputte Stoßdämpfer: 1)
Bakschisch: 0
Team Chill Faktor: sensationell

Roadbook-Aufgaben:
- Wein und Essensrezept aus dem durchfahrenen Land
- Foto Übergabe Hilfsgüter im Kinderheim von Salamiya

Nach einer ziemlich kurzen Nacht, haben wir morgens bei sengender Hitze festgestellt, dass sich die Umgebung „über Nacht“ extrem verändert hat: es war alles ziemlich karg und trocken, nichts im Vergleich zu den satten grünen Berghängen Anatoliens.

Das Tagesziel war die Oasenstadt Palmyra, aber natürlich nicht über den direkten Weg, sondern über die alte Seidenstrasse. Also entlang der Bergketten parallel zum Libanon. Die Seidenstrasse zu finden war allerdings schwieriger als gedacht, da der Unterschied in der Beschilderung zwischen Autobahn und Bundesstrassen schwierig zu erkennen war (Gegenverkehr, Bodenwellen und u-turns sind auf der Autobahn nicht ungewöhnlich)

Leider sind wir am Ende doch kurzzeitig auf der Autobahn gelandet, und da es uns wichtig war, etwas von der Landschaft zu sehen und regelkonform unterwegs zu sein, sind wir natürlich umgedreht und haben uns den Weg bei den sehr hilfsbereiten Syrern erfragt.

Wir sind durch malerische Gegenden im Westen von Syrien gefahren, und haben nach ein paar Stunden, und viel zu vielen nicht lesbaren arabischen Straßenschildern gemerkt, dass wir nicht wirklich den Weg gefahren sind, den wir wollten. Aber die sensationelle Umgebung, sowie der herzliche Kontakt mit den Syrern hat uns für den der „kleinen“ Umweg mehr als entschädigt.

Tagesaufgabe war es einen Stopp in Salamiya einzulegen und unsere Hilfsgüter und Geschenke beim dortigen Kinderheim abzugeben. Wir hatten das Glück am Ortseingang der Stadt eine Kolonne an Rallyeteams zu finden, der wir uns anschließen konnten, sonst hätten wir dieses Kinderheim so schnell nie gefunden ;-). Die Kinder und Verantwortlichen vor Ort haben sich sehr gefreut. Da wir noch ein gutes Stück Wüstendurchquerung bis Palmyra vor uns hatten, sind wir bald wieder aufgebrochen. Wir haben es tatsächlich geschafft, uns bei der einzig möglichen (ok nicht beschilderten) Kreuzung zu verfahrenen und auf einer nicht vollendeten Strasse in der Wüste zu landen. Aber auch hier kam uns aus dem Nichts gleich wieder ein Syrer zur Hilfe.

Unter klarem Sternenhimmel haben wir in der Wüste ein sensationelles Picknick mit unserem letzten Pfister mit Salami und Käse genossen. Unseren Schlafplatz haben wir, wie wir am nächsten Morgen festgestellt haben, perfekt ausgesucht: der Parkplatz der Zitadelle von Palmyra mit sagenhaften Ausblick über die Palmenoase und das Ruinenfeld.



Donnerstag, 6. Mai 2010

Day 7 – Kirsehir – Göreme – Kayseri - Gaziantep - Grenze Syrien

Autobesetzung:
Rot: Maguin/Jakob
Weiss: Gebhard/Kindler
Blau: Hierl/Vargas

Km gefahren: 630 km
Von: 9.00 Uhr bis 05:15 Uhr inkl. Sonderaufgaben und 5h Grenzübertritt

Durschnittsgeschwindigkeit: 42 km/h
Polizeikontrollen: 0

Bakschisch: 5$ Passkontrolle p.P

Team Chill Faktor: sensationell



Roadbook-Aufgaben:
- Wein und Essensrezept aus dem durchfahrenen Land
- Sucuk-Probe in Kayseri
- dt. Partnerstadt von Gaziantep herausfinden und Straßenschild finden (!) +  fotografieren

Den Morgen haben die Herren mit einem Tee mit den Jungs von der Tanke begonnen, während die Mädels sich über die überraschenderweise tollen Sanitäranlagen gefreut haben.

Anschließend ging es Richtung Kappadokien, eine wirklich faszinierende Landschaft. Wir haben noch einen kurzen Sightseeing-Abstecher nach Göreme eingelegt (schließlich waren wir gut in der Zeit). Dort haben wir auch das erste Kamel auf unserem Trip gesehen, leider hatte es wirklich schlimme Blähungen…

Nächste Station war die Stadt Kayseri, hier mussten wir den Sucuk-Markt aufsuchen und besagte Spezialität probieren. Wir wissen bis heute noch nicht, was es wirklich ist bzw. was drin ist, aber die Wurst war definitiv lecker.

Letzte Tagesaufgabe war es herauszufinden, welches die Partnerstadt von Gaziantep in Südanatolien ist und das entsprechende Straßenschild zu fotografieren. Also sind wir auf’s Neue ohne Straßenkarte (aber dank google maps mit einer groben Ahnung) in die Stadt gefahren. Das war wieder eine schöne Herausforderung für unser „Navigationsauto“ (rot), die sie –trotz der oft nicht hilfreichen Kommentare der hinterherfahrenden Autos- super gemeistert haben…Am Ziel haben wir ein kreatives Bild gemacht und dann, dank guter Beschilderung schnell die Stadt Richtung syrische Grenze verlassen.

Unser Plan war es, die Grenze nachts zu überqueren. Daher haben wir noch an einem Restaurant auf dem Weg zur Grenze gehalten, lecker gespeist und sind dann ca. um 11:00 zur Grenze gefahren. Leider hatten anscheinend viele Teams genau den gleichen Plan und wir kamen zusammen mit ca. 200 rallyeautos an: daher hat sich die Prozedur bis in die frühen Morgenstunden hingezogen:

1) Geld wechseln für die Einreisesteuer und Versicherung (selbstverständlich ein SUPER Kurs)

2) Versicherung für’s Auto kaufen

3) Passkontrolle + Visum abstempeln lassen bzw. die Autos in die Pässe eintragen lassen (manche Teams haben es ohne Bagschich versucht und haben dementsprechend um einiges mehr Fragerei und Rennerei in Kauf nehmen müssen)

4) Zahlen der Dieselsteuer: der Grenzer wurde leider im Lauf der Nacht immer gieriger und hatte akute Schlafanfälle, wenn das Bagschisch oder die Geschenke zu niedrig ausgefallen sind. Dementsprechend hat uns diese Station schlappe 2,5 std und einiges an Nerven gekostet.

5) Letzte Station: Stempel und Unterschrift der Steuer

Nachdem die Grenze endlich geschafft war, haben wir kurz dahinter die erstbeste Schlafgelegenheit abseits der Straße in Anspruch genommen um noch etwas von der kühlen Morgenluft zu haben und zu schlafen. Der schwer bewaffnete, nur arabisch sprechende Wächter des benachbarten Grundstücks wollte uns zu dieser Stunde allerdings noch zu einem Tee einladen. Völlig alle, waren wir trotz des gastfreundlichen Angebots wirklich nicht mehr dazu in der Lage und mehr als dankbar, dass Guillaume nach knapp 30 min das Thema multilingual wegdiskutiert hatte.